Bridgestone testet Reifen im virtuellen Raum
Das Unternehmen Bridgestone hat bekannt gegeben, dass es im Rahmen seiner Arbeit zur Erweiterung der Verwendung digitaler Technologien bei der Entwicklung von Reifen einen Fahr simulator in Betrieb genommen hat, der es ermöglicht, die Eigenschaften von Reifen in einem virtuellen Raum zu bewerten und der in einem Forschungszentrum des Unternehmens in der Nähe von Rom installiert wurde.
Der Simulator besteht aus einer Plattform mit einer Kohlenstofffaser-Kabine, und der Pilot, wie in Bridgestone betont, "taucht in eine hyperrealistische Umgebung ein, die reale Fahrbedingungen simuliert", und der 5-Meter-Bewegungsbereich ermöglicht es, Kräfte zu simulieren, die während physischer Tests auftreten, was die Genauigkeit der Datenanalyse erhöht.

Durch die Kombination von hochpräziser Modellierung mit subjektiven Meinungen der Piloten, bereits verfügbaren Daten und künstlicher Intelligenz-Technologien beabsichtigt Bridgestone, die Entscheidungsfindung bei der Entwicklung von Reifen zu beschleunigen. Mit Hilfe der neuen Ausrüstung hat das Unternehmen die Möglichkeit, eine viel größere Anzahl von Reifenparametern im Vergleich zu Standardtests auf Teststrecken zu bewerten, und dies in kürzerer Zeit und unter einer breiteren Palette von Bedingungen. Physische Tests bleiben ein wichtiger Teil des Prozesses der Erstellung neuer Reifen, aber jetzt fahren die Piloten nur auf den letzten Entwicklungsetappen auf die Strecke.

Es wird erwartet, dass der neue Simulator die Herstellung von 12.000 weniger Prototypen pro Jahr ermöglicht, was sowohl die Kosten als auch die Umweltbelastung reduziert. Die von Bridgestone entwickelte Virtual-Tyre-Development- (VTD-) Technologie ist bereits, laut Unternehmensschätzungen, in der Lage, den Verbrauch von Rohstoffen und CO2-Emissionen während der Entwicklung von Reifen für den Erstausrüstungssektor um 60% zu reduzieren.
Der Fahr simulator wird auch die Markteinführung von Produkten beschleunigen, und die Entwicklung von Reifen und Fahrzeugen kann parallel und vernetzt durchgeführt werden, was die Beziehungen zwischen Bridgestone und den Automobilherstellern im Hinblick auf die Erstellung von Reifen nach Maß stärken soll, die dazu beitragen, das Potenzial von Fahrzeugen besser zu nutzen.

Obwohl der Simulator derzeit hauptsächlich für die Bewertung der Handhabung auf trockener Oberfläche konzipiert ist, laufen Arbeiten an der Erweiterung seiner Möglichkeiten, um Reifen in einem erweiterten Spektrum von Bedingungen zu testen.
"Bridgestone gilt bereits als Vorreiter auf dem Gebiet der digitalen Reifenentwicklung, da das Unternehmen seit mehr als zehn Jahren virtuelle Modellierungstechnologien einsetzt", betonte Mattia Giustini, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung bei Bridgestone West, und hob hervor, dass der Einsatz des neuen Simulators die Effizienz und Ökologie der Reifenentwicklung bei Bridgestone steigern und "unvergleichliche Möglichkeiten für die Entwicklung von Innovationen" eröffnen wird.
