Es wurde ein alternatives Material für die Spikes des Winterreifens genannt

Es wurde ein alternatives Material für die Spikes des Winterreifens genannt

Auf eisiger Oberfläche können Spikereifen das Leben retten, aber sie zerstören die Straßenoberfläche, wodurch gesundheitsschädliche Partikel in die Luft gelangen, und wie Wissenschaftler des Royal Institute of Technology (KTH) in Stockholm behaupten, kann die schädliche Wirkung von Spikereifen durch den Einsatz eines neuen Materials reduziert werden.

An der KTH wurden Tests durchgeführt, bei denen der Verschleiß von Asphalt und die Partikelemissionen von Standard-Spikes mit Kobalt und Spikes aus einem alternativen Hartlegierungswerkstoff mit Ferronickel verglichen wurden. Laut dem Institut zeigen die Testergebnisse, dass die Spikes aus dem neuen Werkstoff den gleichen Grip auf Eis und festgefahrenem Schnee bieten, aber erheblich weniger Schaden an der Straßenoberfläche verursachen.

"Kobalt ist eine billige Lösung", betonte Ulf Olofsson, Professor am Department of Industrial Design der KTH. "Es ist so hart, dass es nicht abgenutzt wird, und deshalb wird es auch massiv bei der Herstellung von Bohrwerkzeugen für Gestein verwendet. Gleichzeitig ist Asphalt weich genug, dass Spikes mit Kobaltgehalt ihn zermahlen und in Mikropartikel umwandeln, die tief in den Körper eindringen, wenn sie eingeatmet werden".

Laut ihm sollten Spikes nur 20-30% härter als Asphalt sein, um die notwendige Sicherheit auf Eis zu gewährleisten. "Die heute verwendeten Spikes sind jedoch doppelt so hart wie die Straßenoberfläche und neunmal härter als Gletschereis bei -40 °C", sagte Olofsson und fügte hinzu, dass die Wissenschaftler derzeit Materialien für Spikes auf ihre Haltbarkeit untersuchen, um eine Alternative zu Kobalt zu finden.

Das Portal Tech Xplore weist darauf hin, dass Spikereifen jedes Jahr auf schwedischen Straßen etwa 70 Menschenleben retten, einige Städte in dem Land sie jedoch auf bestimmten Straßen verboten haben, wegen der Gefahr, die die Asphaltteilchen in der Luft darstellen. In den meisten US-Bundesstaaten ist die Verwendung von Spikereifen eingeschränkt, in einigen sogar verboten, wie auch in einigen europäischen Ländern, wie Deutschland, den Niederlanden und Polen.

Wie Olofsson betont, sind die nicht-abgasbezogenen Emissionen durch den Verschleiß von Reifen, Straßen und Bremssystemen in der EU den Abgasemissionen von PM10 (partikelförmigen Stoffen mit einem Durchmesser von bis zu 10 Mikrometern) gleichwertig. In Nord-Europa seien die nicht-abgasbezogenen Emissionen von PM10 jedoch erheblich höher, was auf die weite Verbreitung von Spikereifen zurückzuführen sei. Der KTH-Professor fügt hinzu, dass Spikes auch die Kosten für die Straßeninstandhaltung erhöhen und dass die Lebensdauer der Straßenoberflächen in Schweden nach seinen Berechnungen halb so lang sei wie in Deutschland, wo Spikereifen verboten sind.

Der vollständige Bericht über die Studie ist auf sciencedirect.com verfügbar.

Mosautoshina