Test von Sommer-UHP-Reifen von AutoView — 2026
Das koreanische Portal AutoView hat erneut einen Reifentest durchgeführt und dabei die neuesten UHP-Modelle der drei groessten lokalen Hersteller — Hankook, Kumho und Nexen — mit Produkten gleicher Klasse fuehrender europaeischer und japanischer Hersteller verglichen. Die Reifen wurden in der Groesse 225/45 R18 auf trockener und nasser Fahrbahn mit den Modellen BMW 120 und 220 getestet.
Liste der Teilnehmer:
Bridgestone Potenza Adrenalin RE005
Eine Besonderheit des koreanischen Tests besteht darin, dass bei der Erstellung des abschliessenden Rankings zusaezliche Parameter beruecksichtigt werden, wie beispielsweise das durchschnittliche Gewicht und die Gewichtsunterschiede innerhalb eines Satzes Reifen. Die leichtesten Reifen waren Continental, die schwersten hingegen Yokohama, und je geringer das Gewicht, desto besser insbesondere die Kraftstoffeffizienz. Die geringste Gewichtsdifferenz wies Bridgestone auf — lediglich 35 g, waehrend Nexen mit etwa 280 g am schlechtesten abschnitten.

Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn wurde aus 100 km/h gemessen. Nur Continental konnte unter 35 Meter liegen und belegt daher zu Recht den ersten Platz, dicht gefolgt von Michelin, die ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis erzielten. Letzter Platz ging an Yokohama, deren Bremsweg um 4,1 m laenger war als der des Fuehrers.

Auf nasser Strecke wurde die Bremsgeschwindigkeit auf 80 km/h reduziert. Wieder lagen Continental und Michelin an der Spitze, diesmal jedoch getauscht, waehrend Yokohama erneut den letzten Platz belegte. Insgesamt dominieren die europaeischen Hersteller eindeutig beim Bremsverhalten. Unter den koreanischen Marken schnitten Hankook am besten ab, die auf nasser Fahrbahn gut abschnitten, auf trockener jedoch nur mittelmassig waren.

Beim Test zur Seitenstabilitaet auf trockener Fahrbahn wurde der Zeitpunkt erfasst, an dem die Reifen an Grip verloren. Die hoechste Geschwindigkeit — 73,07 km/h — hielten Continental, gefolgt von Bridgestone und Michelin. Hankook lagen hinter allen Konkurrenten zurueck.

Den ersten Platz bei den Tests zur Fahrdynamik auf trockener Strecke belegten erneut Continental, die bei jeder Lenkposition eine hervorragende Rueckmeldung bieten, eine hohe Stabilitaet gegen Seitendrift aufweisen und sich zudem vorhersehbar am Haftungslimit verhalten. Laut den Testfahrern ermoeglichen Continental trotz nicht hoechstem Gesamtgrip, das gesamte Potenzial muehelos auszuschöpfen — die Grundlage ihres Testerfolgs.
Es folgen Bridgestone, die ebenfalls eine sehr gute Seitenstabilitaet bieten. Zwar zeigen sie eine leichte Tendenz zu Schleudern, doch bleibt ihr Verhalten vorhersehbar. Die Experten empfehlen diese Reifen Sportfahrern, denen Kontrolle in jeder Situation wichtig ist.
Bei Michelin besteht ebenfalls eine gewisse Neigung zum Schleudern bei scharfen Manövern, doch entsteht keine Gefahr — die Reifen verhalten sich stabil. Insgesamt erzielten Michelin bei nahezu allen Fahrdynamikparametern sehr hohe Werte, verloren jedoch Punkte, da einige Konkurrenten leicht besseren Grip aufwiesen.
Nexen lagen hinter den drei Fuehrern zurueck, waren aber unter den „Koreanern“ die besten. Die Reaktionen bei mittiger Lenkstellung sind leicht verzoegert, doch bleibt die Fahrstabilitaet bei hohen Geschwindigkeiten gut. Zusaetzlich bieten sie keine unangenehmen Überraschungen und erzeugen keine gefaehrlichen Situationen.
Die Kumho Reifen weisen insgesamt ein sehr hohes Haftungsniveau auf, doch war die Ansprache verzoegert und ungenau, wodurch das Fahrzeug in Kurven weniger wendig war, als gewuenscht. Die Neigung zum Schleudern tritt relativ frueh auf. Der Hersteller muss nicht die Haftung verbessern, sondern die Moeglichkeit, diese Haftung effektiv zu nutzen — sprich, die Reifen muessen hinsichtlich Ansprechverhalten, Wendigkeit und Spurhaltetreue nachgebessert werden.
Hankook erzielten ein eher durchschnittliches Ergebnis, insbesondere aufgrund des nicht ausreichend zuverlaessigen Grip in schnellen Kurven. Im entspannten Fahrmodus verhalten sie sich stabil, doch bei dynamischen Manövern treten ihre Schwachstellen deutlicher hervor, und in einigen Situationen ist Gegelenken erforderlich.
Yokohama klarieren gut bei niedrigen Geschwindigkeiten, doch bei Erhoehung tauchen Probleme auf, beispielsweise eine deutliche Verschlechterung der Seitenstabilitaet. Obwohl der allgemeine Grip-Level fuer solche Reifen entscheidend ist, waere es wuenschenswert, wenn Yokohama am Haftungslimit vorhersehbarer waeren. Die Reifen eignen sich daher gut fuer den Alltag, aber bei wirklich sportlichem Fahren sollte man keine herausragenden Leistungen erwarten.
Der Reifengeraeuschpegel wurde auf unebenem und glattem Asphalt gemessen. Im ersten Fall waren Nexen und Kumho am leisesten, im zweiten Fall Kumho — und dieser Testabschnitt war fuer die Gesamtwertung besonders wichtig. Auch der akustische Komfort wurde bewertet: Continental und Kumho belegten die vorderen Plaetze, waehrend Bridgestone und Nexen ebenfalls keine Probleme mit Geraeuschen aufweisen. Dagegen erzeugen Yokohama, Hankook und Michelin einen relativ hoerbaren niederfrequenten Reifengeraeusch.

Die wachsende Beliebtheit von Elektrofahrzeugen hat die Bedeutung des Rollwiderstands, der die Reichweite beeinflusst, weiter erhoeht. Hier schnitten Bridgestone am besten ab — die Japaner konnten somit sportliche Fahreigenschaften mit Effizienz verbinden. Michelin hingegen hat offenbar die Energieeffizienz zugunsten hoeherer Haftung geopfert.

Fazit
Den ersten Platz in der Gesamtwertung belegen die Continental MaxContact MC7, die auf trockener Fahrbahn bei allen Parametern am besten abschnitten und auf nasser lediglich Michelin unterlagen. Zudem bieten sie ein hohes Mass an akustischem Komfort und insgesamt eine beeindruckende Balance der Eigenschaften. Die Experten heben hervor, dass diese Modellreihe in Tests durchgängig sehr hohe Bewertungen erhaelt — ein weiterer Grund fuer Respekt. „Einige Hersteller bringen zu Beginn wirklich effektive Reifen auf den Markt, doch sobald sie einen guten Ruf erworben haben, reduzieren sie ihre Kosten, was natuerlich die Reifeneigenschaften verschlechtert. Zudem verfuegen einige Reifen nur in wenigen Dimensionen ueber maximale Effizienz, was ebenfalls die Herstellungskosten senkt. Beides trifft auf Continental eindeutig nicht zu“, so die Tester.

Silber geht an Michelin Pilot Sport 5, die ebenfalls hervorragend auf trockener und nasser Fahrbahn abschnitten. Die Tester bemerken, dass sie im Vergleich zu Continental subjektiv weniger sportlich wirken und sich fuer Fahrer eignen, die ein ausgewogenes und zuverlaessiges Verhalten schaetzen, statt extrem schneller Reaktionen auf Lenkbewegungen. Die Nachteile von Michelin sind offensichtlich: Neben dem hohen Preis ist dies die geringe Energieeffizienz — moeglicherweise wurde deshalb bereits der effizientere Reifen Pilot Sport 5 energy auf den Markt gebracht. Zudem zeigten nur bei Michelin nach den Tests erhebliche Beschädigungen an den aeusseren Schulterblöcken des Profils.

Bridgestone Potenza Adrenalin RE005, die den dritten Platz belegten, zeigten durchschnittliche Bremsleistungen, jedoch ausgezeichnete Seitenstabilitaet und Handhabung, auch am Haftungslimit. Überraschend war zudem ihr geringster Rollwiderstand. Zusätzlich betrug die Gewichtsdifferenz zwischen den vier Reifen lediglich 35 g — ein Indikator fuer hohe Produktqualitaet.

Die besten Reifen koreanischer Marken waren die Kumho Ecsta Sport, die durch geringes Gewicht und hohen akustischen Komfort auffielen und zudem zu wettbewerbsfaehigen Preisen angeboten werden. Bei sportlichem Fahren liegen sie jedoch hinter Continental, Bridgestone und Michelin zurueck, und auch der Fahrkomfort ist nicht der beste.

Das Hauptargument fuer Nexen N'Fera Sport war der niedrige Preis. In der Fahrdynamik liegen sie jedoch nicht weit hinter den Fuehrern zurueck. Zwar zeigen sie beim Manövrieren Tendenzen zu Unter- und Übersteuern, „aber nicht so kritisch, dass der Fahrer kaum reagieren koennte“. Ihr Nachteil ist die schwache Bremsleistung, wobei der Rueckstand zu den besten Reifen besonders auf trockener Fahrbahn deutlich wurde.

Hankook Ventus evo erhielten viele Punkte dank kurzen Bremswegen auf nasser Fahrbahn. Im Test zur Seitenstabilitaet auf trockener Strecke erreichten sie jedoch schneller als alle anderen das Haftungslimit. Zudem wurde in den Fahrdynamiktests eine Neigung zum Schleudern festgestellt, und die Reifen sind zusaetzlich deutlich hörbar laut. AV fuegt hinzu, dass bei Hankook die Eigenschaften in verschiedenen Dimensionen haeufig stark variieren — in einer Dimension zeigen sie hervorragende Ergebnisse, in einer anderen deutlich schwache. „Dies ist umso enttaeuschender, da Hankook der groesste Reifenhersteller des Landes ist“, betonten die Tester.

Den letzten Platz belegen Yokohama ADVAN Apex V601, die sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn die laengsten Bremswege aufwiesen. Zudem verschlechterte sich bei steigenden Geschwindigkeiten die Fahrstabilitaet deutlich, und Yokohama erzeugt hörbaren Geraeusch. Die Effizienz ist akzeptabel, doch in den fuer den UHP-Segment wichtigsten Aspekten liegen die Reifen deutlich hinter den Konkurrenten.


Quelle, inklusive Fotos: AutoView
