In den Niederlanden wurde ein Konzeptfahrzeug mit einem System zur Sammlung von Reifenabriebpartikeln vorgestellt
Ab November 2026 gilt in Europa die neue Abgasnorm „Euro-7“, die erstmals nicht nur die Emissionen von Abgasen, sondern auch die Menge an Feinstaub reguliert, der durch Abrieb von Reifen und Bremsen entsteht und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen und „die Industrie zu neuen Lösungen zu inspirieren“, hat ein Team von Studierenden der niederländischen Technischen Universität Eindhoven (TU/e) ein elektrisches Konzeptfahrzeug namens Ventra entwickelt, das mit einem System ausgestattet ist, das einen Teil der entstehenden Partikel auffängt und so die potenzielle Gesundheitsgefahr verringert.
Das System nutzt eine elektrostatische Technologie, bei der den Partikeln eine elektrische Ladung verliehen wird, wodurch sie von einer geerdeten Oberfläche angezogen werden. Ein physischer Filter ist nicht erforderlich, und das System kann mit Wasser oder einem Staubsauger gereinigt werden. Laut den Entwicklern kann die Technologie bei Geschwindigkeiten von 50–60 km/h etwa ein Viertel der Reifenabriebpartikel einfangen, bei niedrigeren Geschwindigkeiten steigt dieser Wert sogar auf bis zu 42 %.

Das Gewicht des Ventra beträgt 790 kg, etwa 1000 kg weniger als bei herkömmlichen Elektrofahrzeugen. Die Gewichtsreduzierung wurde unter anderem durch ein Chassis aus kohlenstofffaserverstärktem thermoplastischem Verbundwerkstoff erreicht. Dadurch verringert sich die Belastung der Reifen, was zu geringerem Abrieb und weniger Emissionen schädlicher Partikel führt. Das Fahrzeug ist außerdem mit dem System Clean Drive ausgestattet, das den Reifenverschleiß zusätzlich reduzieren soll. Es gibt dem Fahrer beispielsweise Empfehlungen für ein sanfteres Beschleunigen oder Bremsen, um ein gleichmäßigeres Fahrverhalten zu fördern.
Foto: Sarp Geuerel / TU/ecomotive
